Von den Machern von „Berlin, Berlin“!

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Interview mit Theresa Scholze

Theresa Scholze Frau Scholze, Sie spielen die Kim in der neuen ARD Vorabendserie „Zwei Engel für Amor“ – Kai Lentrodt den Max. Sind Kim und Max das neue Traumduo im deutschen Vorabendprogramm?
Absolut. Max – so sieht es auf jeden Fall Kim – ist so ziemlich der nervigste Schauspieler, den man sich vorstellen kann und der vor allem eine Gabe besitzt: er tritt wirklich in jedes Fettnäpfchen! Kim will die große Liebe, Max alle Frauen dieser Welt – das passt.

Gut. Und dann haben Sie als dritten Hauptdarsteller auch noch den Gott der Liebe, Amor …
…, der so seine Pläne mit Kim und Max hat. Mehr wird nicht verraten.

Bisher kennt man Sie hauptsächlich unter dem Namen Anna Kolmaar, sprich als Tochter von Robert Kolmaar alias Ulrich Mühe in der Serie „Der letzte Zeuge“?
Dafür habe ich ja auch eine Menge getan. Immerhin habe ich diese Rolle während meiner Schulzeit und auch während meiner Ausbildung zur Schauspielerin von 1997 bis 2005 gespielt. Eine tolle Erfahrung.

Sie haben also schon mit 17 Jahren in einer namhaften Serie vor der Kamera gestanden. Wie ist es dazu gekommen?
Man nennt das wohl erblich vorbelastet. Meine Großeltern Hildegard Schirrmeister und Heinz Scholze waren Schauspieler. Meine Mutter Sabine Scholze ist Theaterschauspielerin in Potsdam, mein Vater Jürgen Mai und meine viereinhalb Jahre ältere Schwester Caroline Scholze sind auch in dem Metier.

Wahrscheinlich können Sie sich gar nicht daran erinnern, wann Sie das erste Mal auf der Bühne gestanden haben?
Doch, doch. Ich war vier Jahre alt und das Stück hieß „Die Abendkraniche“. So was vergisst man nicht, auch wenn ich nur eine Winzrolle hatte. Richtig gespielt habe ich das erste Mal in der Rolle der jüngsten Tochter vom Milchmann Tewje in dem Musical „Anatevka“. Damals war ich acht Jahre alt. Zur gleichen Zeit habe ich Sohn Otto II. gespielt, mein Vater war Otto I.

Viele Schauspieler mit einer solchen Biografie verlassen die Schule vorzeitig, um endlich als Schauspieler zu arbeiten …
Mir war es wichtig, das Abitur zu machen. Durch meine Eltern wusste ich, dass die Schauspielerei ein ziemlich unsicherer Beruf ist. Der Deal mit meinen Eltern war: Solange ich gut in der Schule bin, darf ich schauspielern. Also war ich gut in der Schule, auch wenn es bedeutete, dass ich am Set saß und in den Drehpausen Chemie gebüffelt habe.

Was war Ihre erste große Fernsehrolle?
In der ZDF Familienserie „Mensch Pia“ spielte ich die Widersacherin von Alexandra Maria Lara. Ich war 15 Jahren alt, Alexandra Maria 16 Jahre, und wir beiden haben praktischer Weise zusammen für die Schule gepaukt.

Was hat Sie an der Schauspielerei fasziniert?
Zuerst war ich einfach von dem Leben und der Arbeit am Set begeistert. Ich hatte das Glück, bei „Mensch Pia“ mit einem tollen Team zusammenzuarbeiten: Viele junge Leute – und alle waren irgendwie so wie ich. Als kreativer Mensch ist man ja oft sehr offen, wenig auf eine Weltsicht festgelegt. Damit hatten einige meiner Mitschüler manchmal Schwierigkeiten. Aber beim Dreh waren alle so ein bisschen wie ich. Zum Glück war ich auf einem Gymnasium in Brandenburg, das stark künstlerisch ausgerichtet war. Meine Lehrer fanden gut, dass ich neben der Schule noch als Schauspielerin gearbeitet habe, meine Mitschüler haben sich irgendwann damit abgefunden.

Mit Ihrer Schauspielerfahrung dürften Sie keine Probleme gehabt haben, eine Schauspielschule zu finden?
Das stimmt nicht ganz. Ich habe mich in Berlin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" beworben und bin prompt durchgefallen. „Frau Scholze, Sie spielen so, als würde eine Kamera auf der Bühne stehen!“ wurde mir beschieden … was ja sicherlich auch stimmte. Ich habe mich nicht entmutigen lassen und habe dann in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy von 2000 bis 2004 meine Schauspielausbildung absolviert.

Wäre doch kein Wunder gewesen, wenn Sie auf die Schauspielschule verzichtet hätten?

Das kam für mich nie in Frage. Ich wollte irgendwie wissen, was das Geheimnis an der Schauspielerei ist. Darum wollte ich die Ausbildung.

Und was ist das Geheimnis?
Ein Geheimnis. Man kann das so nicht in drei Sätzen ausdrücken. Aber ich habe jede Menge Techniken erlernt, die mir sehr helfen. Darüber hinaus waren wir 16 Studentinnen und Studenten des Semesters eine Gemeinschaft. Dieses Gefühl ist mir heute immer noch sehr wichtig: das Team macht den Film, nicht der Schauspieler.

„Zwei Engel für Amor“ stammt aus der Feder von Drehbuchtautor David Safier und wird als Nachfolgeserie von „Berlin, Berlin“ gehandelt. Haben Sie Angst vor dem Vergleich mit „Berlin, Berlin“?
Nein, das sind zwei ganz verschiedene Serien. David Safier erzählt seine Geschichte wieder mit viel Witz und Charme, das stimmt. Aber in „Berlin, Berlin“ stand Lolle im Mittelpunkt. Bei „Zwei Engel für Amor“ geht es um Kim und Max. Ohne die Dynamik dieses Duos würde die Geschichte nicht funktionieren. Ehrlich gesagt, habe ich mir zu diesem Thema kaum Gedanken gemacht und habe auch in der Vorbereitung bewusst darauf verzichtet, mir Folgen von „Berlin, Berlin“ anzuschauen. Kim kann nur aus mir entstehen.

Wird „Zwei Engel für Amor“ ein ähnlicher Erfolg bei Publikum und Kritik wie „Berlin, Berlin“, dann könnte es Ihnen wie Felicitas Woll ergehen, die mit der Rolle der Lolle sehr bekannt geworden ist. Haben Sie Angst vor der Popularität und wie diese Ihr Leben verändern könnte?
Popularität ist schon wichtig, im positiven Sinne. Wenn die Zuschauer mich sehen wollen, finde ich das schön und freue mich. Aber ich bin nicht Schauspielerin geworden, um populär zu werden. Popularität hilft natürlich auch, gute Rollen angeboten zu bekommen.

Wir haben über die Schülerin und Schauspielerin gesprochen. Was macht Theresa Scholze privat?
Das, was man so macht, wenn man von der Arbeit kommt. Ich mache es mir gemütlich, lerne Text und wenn ich dann noch Zeit habe, telefoniere ich mit Freunden. Manchmal reicht es dann noch, beim Joggen den Kopf freizubekommen.

Klingt ziemlich einsam.
Ist es aber nicht. In den Wochen, in denen ich drehe, ist für das Privatleben kaum Zeit – das stimmt. In der drehfreien Zeit aber treffe ich mich mit Freunden, wir gehen gemeinsam ins Theater oder ins Kino. Ich verbringe auch sehr viel Zeit mit meiner Schwester, die in Berlin wohnt.

Keine Hobbies?
Als Schauspielerin kann man alles ein bisschen, aber nichts so richtig. Und das setzt sich bei mir im Privatleben fort: Mal probiere ich Klavier spielen, dann Reiten, dann Tanzen.

Theresa Scholze, die Wechselhafte?
Wenn Sie so wollen. Aber habe ich mich zu etwas entschlossen, dann ziehe ich das auch durch.

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