Von den Machern von „Berlin, Berlin“!

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Interview mit Jochen Schropp

Jochen Schropp Herr Schropp, wer ist dieser Andi?
Andi ist der Exfreund von Kim. Andi war sieben Jahre lang mit Kim zusammen, bis er nach München gezogen ist und dort Franziska kennen gelernt hat. Mittlerweile ist Andi mit Franziska verlobt und zieht mit ihr zurück nach Berlin. Dort trifft er Kim wieder, die ihm immer noch viel bedeutet. Er versucht mit Kim eine Freundschaft aufzubauen.

Ist Andi also der typische Frauenversteher?
Andi ist schon ein verständnisvoller Mensch. Er kann aber auch sehr hart sein, nicht umsonst ist er Anwalt. Und manchmal versteht Andi sich selbst nicht mehr – dann wird es für ihn kompliziert, aber für den Zuschauer spannend!

Und, kommen Kim und Andi wieder zusammen?
Nein. Ja. Nein. Ja. Jein. Na, das kann ich natürlich nicht verraten, es soll ja schließlich spannend bleiben für die Zuschauer der Serie.

Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?
Das erste Mal stand ich mit 16 auf der Bühne und zwar in den USA. Durch meine Eltern hatte ich von Jugend an viele Freunde in den USA, die ich im Urlaub oft besucht habe. Mit 16 bin ich dann für ein Jahr an eine Highschool in Kalifornien gegangen. Theater wurde dort groß geschrieben. Als ich dort ankam, wurde jemand gesucht, der einen Ausländer verkörpern konnte und da hat man mich angesprochen. Mir hat das Spielen so viel Spaß gemacht, dass ich in dem Jahr in drei weiteren Stücken mitgemacht habe. Als ich nach Deutschland zurückgekehrt war, habe ich weiter geschauspielert: Komparserie und kleine Rollen beim Fernsehen und an einem englischsprachigen Theater. Ich hatte zum Glück meinen Führerschein in den USA gemacht – durfte also mit 17 Jahren schon Autofahren – und konnte so gut von meiner Heimatstadt Gießen nach Köln zum Drehen fahren. Außerdem fing ich in Frankfurt eine Gesangs- und Sprecherausbildung an.

Wie reagierten Ihre Eltern auf ihre Schauspielerei?
Meine Eltern haben gemerkt, wie wichtig mir die Schauspielerei ist und dass ich mich von Anfang an voll da reingehängt habe – also haben sie mich unterstützt. Mein Vater ist Lehrer, meine Mutter ist Arzthelferin und trotzdem hatten sie keine Schwierigkeiten, meinen Berufswunsch zu akzeptieren.

Haben Sie eine Schauspielausbildung absolviert?
Nach dem Abitur und dem Zivildienst habe ich mich an verschiedenen Schauspielschulen – sowohl in Deutschland als auch in New York – beworben. Zufällig habe ich dann von einer Schule in Liverpool/England gehört: das Liverpool Institute for Performing Arts, gegründet von Paul McCartney. Dort kann man neben Schauspielerei auch Tanz, Musik und Design studieren. Der moderne Lehransatz und die Studenten aus aller Herren Länder haben mich gereizt. England kannte ich nur von einer dreiwöchigen Sprachreise und ich war auf den britischen „way of life“ gespannt. Also habe ich mich beworben und wurde prompt angenommen.

Wie lange waren Sie dann in Liverpool?
Die Ausbildung geht eigentlich drei Jahre. Ich bin aber nur 2 ½ Jahre geblieben, weil ich dann in der ARD-Serie „Sternenfänger“ die Hauptrolle des Nico Kiesbach angenommen habe. Ich wollte zwar danach die Ausbildung noch zu Ende bringen, aber dann kamen immer neue interessante Angebote und ich dachte mir: „Learning by doing“ – das ist der Weg.

Wie ging es weiter mit Ihrer Karriere?
Nach „Sternenfänger“ habe ich viele Rollenangebote abgesagt, da sie dem Nico aus „Sternenfänger“ sehr ähnlich waren. Ich wollte mich ausprobieren, was anderes spielen. So habe ich zum Beispiel in dem SAT.1 Fernsehfilm „Der Fußfesselmörder“ die Rolle des David gespielt, der am Ende mit seinem Leben bezahlen muss, weil er zuviel weiß.
Am meisten Spaß hat mir die Rolle des Paul in dem Pro Sieben Film „Popp’ Dich schlank!“ gemacht, weil das etwas ganz anderes war. Paul ist ein pummeliger Autor, der nach acht Jahren die Chance hat, seine Schulliebe wieder zu treffen. Für die Rolle musste ich innerhalb von fünf Wochen 12 Kilo zunehmen. Das hieß: kein Sport und ganz oft ganz viel essen. Zusätzlich musste ich noch Astronautennahrung zu mir nehmen – und die hat massenhaft Kalorien.

Wie fühlt man sich mit 12 Kilo mehr auf den Rippen?
Es war sehr ungewohnt und hat auch zu einigen kuriosen Geschichten geführt. Immer wieder haben mich Bekannte angesprochen, ob es mir nicht gut geht, da ich soviel zugenommen hatte. Manche Kollegen dachten, es sei Kummerspeck, und fragten mich, ob es beruflich nicht gut laufe oder ich private Probleme hätte. Mein Zahnarzt dachte sogar, ich hätte eine allergische Reaktion, weil sich mein Gesicht neuerdings mit Pausbacken schmückte. Die Drehzeit fiel in den Sommer, der sehr heiß war. Ich hatte überhaupt keine Lust, vor die Tür zu gehen, fühlte mich schlapp und wurde immer fauler.

Was waren weitere wichtige Rollen in Ihrer Karriere?
In „Der kleine Mönch“ mit Dirk Bach in der Hauptrolle durfte ich in der Rolle des Bruders Sebastians meine komische Seite ausprobieren, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Mit Comedy kriege ich Sie nicht so richtig zusammen. Sie sehen sehr gut aus und würden auf dem Theater die Rolle des jugendlichen Liebhabers besetzen …
Danke für das Kompliment.

Wie wichtig ist Schönheit für Männer?
Für mich kommt Schönheit von innen: Wenn man von innen strahlt, ist man schön – und das ist wichtig für Frauen und Männer.

Können Sie sich vorstellen, in einer Daily-Soap mitzuspielen?
Wenn die Rolle und das Format stimmt, sicherlich. Aber bei halb-dokumentarischem Reality-TV würde ich nicht mitmachen.

Würden Sie gerne in einem Kinofilm eine Hauptrolle übernehmen?
Sicher, wer will das nicht als Schauspieler. Aber es wird nun mal mehr Fernsehen als Film gemacht.

Und wenn jetzt ein Angebot für eine Filmrolle aus den USA käme?
… säße ich im nächsten Flieger! (lacht) Natürlich würde mich das reizen, aber so einfach ist das ja nicht!

Gut. Bleiben wir in Deutschland. Wo leben Sie?
In Berlin, seit fast fünf Jahren. Vorher war ich 8 Monate am Bodensee, um „Sternenfänger“ zu drehen.

Wohnen Sie alleine?
Ja. Ich bin Single. Ich habe das erste Jahr mit der Kollegin Florentine Lahme aus „Sternenfänger“ in einer WG gewohnt. Dann habe ich mir eine eigene Wohnung gesucht.

…, in der wahrscheinlich einige Blumentöpfe vor sich hin vertrocknen?
Jedes Frühjahr bepflanze ich meinen Balkon und gebe mir die größte Mühe, fleißig zu gießen. Trotzdem geht das ein oder andere Pflänzchen ein … Als Schauspieler bin ich einfach viel unterwegs, und darum habe ich auch kein Haustier. Ich bin sehr tierlieb und bin mit vielen Tieren aufgewachsen, aber ich könnte momentan nicht genug Zeit aufbringen, wie ich es gerne würde.

Warum gerade Berlin?
Berlin ist die Medienstadt. Köln wäre vielleicht noch interessant gewesen, aber das war mit zu nah an meiner Heimatstadt Gießen. Also bin ich im Prenzlauer Berg gelandet.

Was macht der Reiz an Berlin für Sie aus?
Berlin setzt sich aus vielen Bezirken zusammen und jeder Kiez hat seinen eigenen Charakter. Es gibt eine hohe Fluktuation von interessanten Menschen. Das macht die Stadt lebendig.

Haben Sie Hobbies?
Was man so macht. Joggen, um den Kopf frei zu kriegen. Essen gehen oder was Wildes kochen, an einem kalten Winterabend sich mit der DVD seiner Lieblingsserie zurückziehen und glücklich seine sieben Folgen gucken. Ich habe einen großen Freundeskreis, mit dem ich viel unternehme. Wir gehen ins Theater, ins Kino, in Ausstellungen und fahren an die Ostsee. Ich habe eine Zeit lang auch Musik gemacht, habe aber im Moment viel zu wenig Zeit dafür. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, das irgendwann weiterzumachen.

Welche Art von Musik machen Sie?
Ich habe gesungen, Richtung Pop-Musik, die ich auch gerne höre. Aber die Musik ist für mich nur eine Liebhaberei. An erster Stelle steht für mich die Schauspielerei.

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