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Visual Effects Making Of – „Zwei Engel für Amor“ (Seite 2)

Während in Stuttgart eifrig am Computer gebastelt wurde, begannen in der Hauptstadt die Dreharbeiten. Die unexpected-Visual Effects Supervisor Alexander Kiesl und Steffen Hacker reisten nach Berlin, um die Darsteller, Regisseure und Kameramänner bei der Inszenierung und beim Dreh mit dem virtuellen Darsteller zu beraten. Denn für die Szenen mit einem wachen Amor wurde die Gipsputte gegen ein Referenz-Double ausgetauscht, den das Team liebevoll „schwangerer Fernsehturm“ taufte. Dieser Fernsehturm besaß die gleiche Höhe wie der echte Amor, und somit konnten die Animatoren in der Nachbearbeitung Amors Kopf und Körper auf den Platzhalter anpassen. Außerdem besaß er ein aufgeklebtes Augenpaar, welches den echten Schauspielern ermöglichte, Augenkontakt zu halten – eines der wichtigsten Details, die passen müssen, wenn echte mit digitalen Schauspielern zusammenspielen.

Die roten Punkte auf dem Fernsehturm-Körper konnten ganz nach Belieben umgeklebt werden – sie dienen zum Erkennen des Körpers im dreidimensionalen Raum – die Kamera in „Zwei Engel für Amor“ ist nämlich alles andere als „Serien-Einerlei“. Der Highend-Anspruch der Serie zeigt sich nämlich auch darin, dass die Kameraarbeit mit viel Liebe zum Detail Szenen in Kamerafahrten auflöst, die natürlich deutlich filmischer wirken, aber auch technisch sehr verzwickt sein können und spezieller Software bedürfen, um die Kamerafahrten der echten Welt im 3D-Raum des Computers nachzubilden.

Als letzte wichtige Eigenschaft des Turmes ist sein großer weißer „Bauch“ zu nennen – dieser empfängt Schatten der Darsteller, die in Stärke, Größe und Farbe dann an den digitalen Amor übertragbar sind. Viele kleine Dinge – auf den ersten Blick profan wirkend – benötigen ebenfalls ständige Aufmerksamkeit beim Drehen. Beispielsweise drohten Kims langen Haare des Öfteren zu einem Problem zu werden – immer dann, wenn die Kamera hinter ihr stehen und Amor filmen sollte. Denn alles was sich später vor Amor befinden soll, muss einzelbildweise – 25 Bilder pro Sekunde – ausgeschnitten werden, was sich bei einer so feinen und unruhigen Struktur wie Haaren als sehr schwierig und zeitaufwändig gestaltet. Alternative Einstellungen oder leichte Repositionierungen vor der Kamera helfen hier oft, unnötigen Aufwand und Zeitverlust am Set zu vermeiden.

Nach ein paar Spieltagen hatten die Schauspieler den Platzhalter als Spielpartner derartig verinnerlicht, dass es eine wahre Freude war, Theresa und Kai bei Streitereien und hitzigen Diskussionen mit einem kleinen Pappgebilde zu beobachten – und die Supervision konnte sich auf rein technische Aspekte beschränken.

Für die zweite Hälfte der Dreharbeiten übernahm VFX-Supervisor Raphael Hamm in Berlin, während der Rest der Crew in Stuttgart die ersten Aufnahmen sichtete und den Engel animierte und dafür als Referenz einen der drei Engel aus Berlin im Handgepäck mitnahm („... was haben SIE denn da im Koffer?!“).








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